Aserbaidschan und seine Legende
Als der liebe Gott die Erde verteilen wollte, rief er die Vertreter aller Völker zu sich, um nach Anhörung ihrer Wünsche die Erde gerecht zu verteilen. Nachdem alle versammelt waren, stellte der liebe Gott fest, dass die Aserbaidschaner fehlten. Er fragte: “Wo bleibt der Vertreter Aserbaidschans?” Keiner konnte ihm eine Antwort geben, und da der liebe Gott nicht länger warten wollte, begann er die Erde zu verteilen. Als er alles verteilt hatte, erschien völlig außer Atem der Vertreter Aserbaidschans. Der liebe Gott fragte ihn: “Warum kommst du jetzt erst?”. Darauf antwortete der Vertreter Aserbaidschans: “Lieber Gott, wir hatten Gäste, und du weißt, Gastfreundschaft geht uns über alles.“ Der liebe Gott war beeindruckt über so viel Offenheit und sagte: “Lieber Aserbaidschaner, die ganze Erde ist verteilt. Es ist nur noch ein Stück Paradies übrig geblieben, aber ein Volk, das Gastfreundschaft so hoch hält wie die Aserbaidschaner, muss belohnt werden. Deshalb werde ich euch ein Stück des Paradieses am Kaspischen Meer geben.”

So entstand Aserbaidschan: reich an Bodenschätzen, reich an Naturschönheiten, reich an liebenswürdigen und gastfreundlichen Menschen. Schon im 5. Jahrhundert vor Christus hat sich kein Geringerer, als der griechische Historiker Herodot voller Bewunderung über die Aserbaidschaner geäußert: Sie sind ein großes heldenhaftes Volk, das im Osten lebt – dort wo stets die Sonne aufgeht – an dem Flussarm des Aras, der in das Kaspische Meer mündet. Ein Meer, das eigentlich gar kein Meer ist, sondern der größte See der Welt. Ein reiches Volk, das selbst seine Kämpfer und ihre Pferde mit Rüstungen aus Gold und Silber kleidet. Aserbaidschan ist ein Stück vom Paradies, eine kleine „Puppenstube“. Immer versuchten die Großmächtigen sich dieses Paradies im Laufe der Jahrhunderte anzueignen. So wurde es im 7. Jahrhundert von den Arabern erobert und der Islam wurde eingeführt. Im 13. Jahrhundert verwüsteten die Horden der Mongolen dieses Kleinod. Im 16.-18. Jahrhundert war es von Persern unterworfen und seit Beginn des 19. Jahrhunderts beherrschten Russen das Land. 1917 ging die Macht an die Sowjets und von 1936 bis 1991 war das Land die Aserbaidschanische SSR. Alle Eroberer hatten ihre eigenen Völker im „Schlepptau“. So entstand eine Mischung aus vielen Ländern und die einfachen Menschen achteten sich in ihrer täglichen Arbeit, solange keine Verführer riefen. Das Klima sorgte für gute Erträge. Doch nicht nur das paradiesische Fleckchen lockte die Fremden, die Bodenschätze Aserbaidschans taten ein Übriges. Erdöl und Erdgas, Gold, Silber und Kupfer lockten Herrscher, Glücksritter und zuletzt die Ingenieure aus den Industrieländern Europas. In all den Jahren sind die Aserbaidschaner ein schlichtes, gastfreundliches Volk geblieben und wenn man bedenkt, dass in Aserbaidschan 8,6 Millionen Aserbaidschaner leben und weitere 5,5 Millionen in vielen anderen Ländern der Welt, dann versteht man, wie wichtig die Bewahrung der Kultur und die friedliche Zusammenarbeit ist. Aserbaidschan ist ein Stück vom Paradies, eine kleine „Puppenstube“. Immer versuchten die Großmächtigen sich dieses Paradies im Laufe der Jahrhunderte anzueignen. So wurde es im 7. Jahrhundert von den Arabern erobert und der Islam wurde eingeführt. Im 13. Jahrhundert verwüsteten die Horden der Mongolen dieses Kleinod. Im 16.-18. Jahrhundert war es von Persern unterworfen und seit Beginn des 19. Jahrhunderts beherrschten Russen das Land. 1917 ging die Macht an die Sowjets und von 1936 bis 1991 war das Land die Aserbaidschanische SSR. Alle Eroberer hatten ihre eigenen Völker im „Schlepptau“. So entstand eine Mischung aus vielen Ländern und die einfachen Menschen achteten sich in ihrer täglichen Arbeit, solange keine Verführer riefen.

Das Klima sorgte für gute Erträge. Doch nicht nur das paradiesische Fleckchen lockte die Fremden, die Bodenschätze Aserbaidschans taten ein Übriges. Erdöl und Erdgas, Gold, Silber und Kupfer lockten Herrscher, Glücksritter und zuletzt die Ingenieure aus den Industrieländern Europas. In all den Jahren sind die Aserbaidschaner ein schlichtes, gastfreundliches Volk geblieben und wenn man bedenkt, dass in Aserbaidschan 8,6 Millionen Aserbaidschaner leben und weitere 5,5 Millionen in vielen anderen Ländern der Welt, dann versteht man, wie wichtig die Bewahrung der Kultur und die friedliche Zusammenarbeit ist.

Manna
Im Gebiet von Südaserbaidschan bildeten sich tausend Jahre vor unserer Zeitrechnung im Kampf gegen Urartu und Assyrien die ersten Strukturen einer Regierung mit dem Namen Manna. Bereits zwischen dem 2. und 3. Jahrtausend v. Chr. bildeten sich die Volksstämme Kuti, Lullubi und Hurri. Sie alle waren die Vorfahren von Manna, wobei sich der Manna Staat im 1. Jt. v.Chr. bildete. Mannas Volk war dann ein sog. Kuti-Lul-Lub Volksstamm, der sich ca. 300-100 Jahre v. Christus angesiedelt hatte. Die Sprache gehörte zu den Gruppen: ”Sagrosch Ellam”, ”Kuti Kaukasus” oder “Subar Hurri”.

Meder – Atropatena
Das Meder Reich beginnt im 7. Jh. v. Chr. In dieser Zeit war der Stamm der Skyten dominierend stark. Er war mindestens 500 bis 600 Jahre aktiv und sehr einflussreich. Zwischen dem 6. und 8. Jh. v. Chr. war auch der Stamm der Meder in der gesamten Region sehr mächtig und hat alle anderen Regierungen wie Manna, Urartu und Skyten erobert. Strabon schrieb: „Die Meder sind die Gründer von Armenien, Persien und aller Traditionen in Asien. … Meder ist in zwei Teile auseinandergebrochen in Groß-Meder und in Klein-Meder bzw. Atropatsmeder. Das Herrschaftsgebiet von Atropat war Atropatena.“ Die Landesbezeichnung entwickelte sich, wobei zur primär klanglichen Verdeutlichung die folgende Aneinanderreihung genügen mag, von Aturpatakan über Atarpatakan zu Atropatija und weiter über Adurbadagan zum späteren Aserbaidschan. Die Völker der Sakasena und der (kaukasischen) Albaner standen nicht hinter den Persern, sondern bezeugten ihre Loyalität zu Atropat. Dabei hatte Ende des 5. Jh. v. Chr. das persische Reich stark an Einfluß verloren und Ägypten hatte sich von Persien befreit, Syrien hatte rebelliert und im Jahr 333 v. Chr. hatte Alexander der Große den Iran und Kleinasien erobert. In dieser Zeit gehörten zu Atropatena die Gesamtgebiete um Nord- und Südaserbaidschan sowie weitere Teile von Süd-Transkaukasien. Atropat kooperierte mit Alexander dem Großen und blieb weiterhin “satrap” bzw. unabhängig und tributfrei. Atropats Tochter heiratete Perdikka. Er war der engste Vertraute von Alexander dem Großen, der nach dessen Tod seine Nachfolge angetrat. Diese Ehe hat Atropat sehr genutzt, das Land und die Macht zu erhalten. Im Jahr 500 v. Chr. begannen zwischen den Persern und Medern kriegerische Auseinandersetzungen, die drei Jahre andauerten. Kir Kurusch eroberte Meder und begründete die Hachamanische Regierung der Ehemeniler. Beweise dafür bestehen darin, dass im ersten Jh. v. Chr. in den Nordwesten Irans viele iranisch sprechende Gruppen gekommen sind, die bereits Ende des 1. Jh. v. Chr. begannen, ihre Kulturgeschichte zu gestalten. Neuere archäologische Funde zeigen verschiedene Figuren sowie Gräber von Pferden und bezeugen bereits den mystischen Charakter des Feuers. Derartige Spuren existierten vorher im Iran nicht. Sie ziehen sich jedoch über die russische Wüste und Mittelasien, Dagestan und Nordaserbaidschan bis nach Südaserbaidschan in den Iran. Im 3. Jh. n. Chr. wurde in Adurbadagan, im Iran, also in Südaserbaidschan der Sassaniden Staat gegründet. Klein-Meder war also das zukünftige Atropatena und Ende des 4. Jh. v. Chr. gab es eine bedeutende Entwicklung für Atropatena.


Alexander der Große

Im Sommer 324 v. Chr. kam Alexander der Große zur Nisea Wüste, wo ihn Atropat empfing und mit ihm zusammen zu den Ekbatanern ging. Von Helada kamen 3000 Schauspieler. Gymnastik und Musik, Trinkgelage und Erotik gehörten schon damals zum Programm. Atropat hatte für Alexander den Großen 100 Amazonen auf dem Rücken der Pferde einreiten lassen und Alexander verlustierte sich an den schönen Geschöpfen. Die Asich Höhle Die Höhle Asich befindet sich im Südosten Aserbaidschans am linken Küstenrand des Flusses Guruzay, 900 Meter über dem Meeresspiegel. Es handelt sich um die größte von Menschen bewohnte Höhle, die jemals im Kaukasus entdeckt wurde. Eine Länge von über 200 Metern und ein bewohnbarer Gesamtbereich von circa 1250 qm verdeutlichen die Dimensionen.

Neueste Forschungen haben nachgewiesen, dass sich die Guruzay Kultur vor ca. 1,2 Millionen Jahren entwickelte und vor ca. 700 Jahren endete. Die Menschen haben sich damals überwiegend mit der Jagd und dem Sammeln von überlebenswichtigen Gegenständen und Nahrungsmitteln beschäftigt. In ihrer Behausung konnten sich die Höhlenbewohner ziemlich sicher fühlen. Unmittelbar vor dem Höhleneingang floss der Guruzay und im Laufe der Zeit bauten sich am Ufer kontinuierlich Ablagerungen auf, so dass am Höhleneingang ein natürlicher Damm entstand und die Höhle trocken blieb. Der Damm konnte für die Höhlenbewohner als “Terrasse” genutzt werden. Das Gebiet um die Höhle war reich an Rohstoffen. Quarz, Quarzit, Basalt, Felsit, diverse Feuersteine und eine große Menge Mineralien konnten die Menschen für sich nutzen. Die Höhle Asich nimmt in der internationalen Archäologie einen bedeutenden Platz ein. Die Ausgrabungen förderten zehn bewohnbare Etagen zu Tage. Besonders die siebte und zehnte Schicht bargen reiche archäologische Funde. Mehr als 300 aus Stein gefertigte Gebrauchsgegenstände wurden gefunden, darunter zur Bearbeitung von Felswänden fünf bis sechs Kilogramm schwere Steinwerkzeuge, die wegen ihrer Größe als „Gigantoliten“ bezeichnet werden. Derartige Gegenstände aus Palliolit wurden nirgendwo sonst gefunden. Leider sind im Laufe der Zeiten ungefähr 13,50 Meter in der Höhe eingebrochen. Das Leben fand innerhalb der Höhle mit zum Gebrauch fertigen Gegenständen und außerhalb zur Werkzeugproduktion sowie natürlich zum Jagen und Sammeln statt. Es weist bei großen Unterschieden der Bewohner der Höhle an dem Fluss auch viele Parallelen zur ostafrikanische Oduwei-Kultur auf.

Die Zivilisation der restlichen Welt hat mit der Guruzay Kultur begonnen, was immer noch als eine bewiesene Tatsache gilt. Als im Gebiet um Karabach der “erste Lebensfunke” zündete, gab es in der restlichen Welt weder die sumerische Schrift noch ägyptische Pyramiden noch die griechischen Kulturen. Im Jahr 1968 wurden bei einer archäologischen Grabung Teile vom Kinn eines Urmenschen gefunden. Die bisher in anderen Regionen gefundenen Schädelteile waren in Form und Größe nicht zu vergleichen mit dem Fund am Guruzay. Das Kinn vom Guruzay zeigte einen progressiven Charakter und verriet so eine Ähnlichkeit mit dem in der Höhle Aragon in Frankreich gefundenen Prenenadental. Man gab quasi dem Kinn den Namen Asichantrop, also Menschen des Asiches. Inzwischen weiß man, dass dieses Kinn von einer Frau, von einer Amazone stammt. Vor ca. 100 000 Jahren endete die Asich-Zeit. Sie wurde durch die sog. Mustye-Zeit abgelöst. Die erste Mustye-Höhle wurde in Frankreich gefunden. In der Mustye-Kultur veränderten sich der Körperbau der Menschen und auch ihr Leben durch die Entwicklung von Arbeitswerkzeugen stark. Die Menschen der Leva- und Mustye-Kultur konnten scharfkantige Werkzeuge und damit auch Waffen entwickeln. In den Höhlen wurden Knochen von großen Tieren ebenso wie Felsbrocken als Baumaterial genutzt. Die Männer befanden sich mit den neuen, scharfkantigen Waffen meistens auf der Jagd. In dieser Zeit entwickelte sich auch einen neuer Menschentyp: der Neandertaler. Schon damals gab es eine Art von Begräbniszeremonie. Diverse sakrale Rituale erhielten ihre erste Ausprägung. Dabei wies die Höhle von Asich viele geheimnisvolle Verstecke auf. In einem dieser Verstecke wurden vier Bärenköpfe gefunden. Solche Verstecke mit geheimnisvollem Inhalt wurden in mehreren Ländern entdeckt. Unter anderem im Drachenloch in der Schweiz, in Le Furten, Pegardu und Lazaret in Frankreich, Saltofen in Österreich, Peterschell in Deutschland und Kundaro im Nordkaukasus. Der Fund der Bärenköpfe in der Höhle von Asich war jedoch der älteste und historisch wertvollste von allen. Die Asich Hölle liegt in Berg-Karabach und wird seit der armenischen Okkupation als Zeuge der armenischen Geschichte den Touristen gezeigt und erklärt.

© Copyright Nourida Ateshi