Der Nordhang des Berges Plowdag in der autonomen Republik Nachitschewan war von August bis Oktober 2004 Ziel einer archäologischen Expedition, die einzigartigen Funden und Erkenntnissen zu den wilden und ungebändigten Frauen des Kaukasus in der Bronzezeit führte. Dr. Behlul Ibrahimli leitete diese Expedition im Auftrag des Instituts für Archäologie und Ethnologie der Nationalen Akademie der Wissenschaften von Aserbaidschan und ist von den weitreichenden wissenschaftlichen Konsequenzen, die seine Entdeckung nach sich ziehen wird, ebenso überwältigt wie seine Expeditionskolleginnen. Im Zentrum der Nekropole fand sich das Grab einer Kriegerin. Bestattet mit ihren Waffen, ihrer Rüstung und ihrem Schmuck ruht sie dort seit etwa 4.000 Jahren. Damit ist sie die früheste und die älteste Kriegerin. Durch sie und ihre Ruhestätte müssen die Funde, die sowjetische Archäologen seit 1926 im Kaukasus gemacht haben, gänzlich neu bewertet werden. Die Gräber, von denen sie dachten, es seien Orte der Beisetzung für Krieger gewesen, sie waren Ehrengräber der Kriegerinnen. Diese Klassifikation wird noch durch die hohe Anzahl der gefundenen Doppeläxte bestätigt. Die als Amazonenaxt geltende Doppelaxt wurde und wird im Süd-Kaukasus gefunden. Ebenso die aus dem 3. bis 1. Jahrtausend v. Chr. stammendem Gussformen und doppelaxtförmige Frauenschmuckstücke, Ohrringe, Anhänge, Peltas. Im Felsland Gobustan, Teil des UNESCO-Weltkulturerbe 60 km südlich von zeigen Felszeichnungen reitende, jagende und kämpfende Frauen mit Pfeil und Bogen. In der „Ana Zaga“ („Mutterhöhle“) sind Frauen mit Pfeil und Bogen abgebildet. Der renommierte aserbaidschanische Archäologe I. Ceferzadeh hat dort über 40 Jahre lang Forschungen betrieben, die für ihn nur den Schluss zugelassen haben, dass zu dieser Zeit die Frau in dem Gebiet des Kaukasus die „ Herrin des Stammes“ gewesen war…